Managementkommentar | Quartalsbericht

Rückblick auf die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen

Die Coronavirus Pandemie und die dadurch bedingten Gegenmaßnahmen waren auch im dritten Quartal 2020 bestimmende Einflussfaktoren an den internationalen Wertpapierbörsen. Die USA wurden vor allem im sogenannten Sonnengürtel, also den Staaten Kalifornien, Texas und Florida von einem erneuten Anstieg der Virusepidemie getroffen. Bereits vorgenommene Lockerungsmaßnahmen mussten lokal zurückgenommen werden. Es wurden erneute Einschränkungen im Hinblick auf Restaurantbesuche oder Veranstaltungen in Innenräumen etc. auferlegt. Auch in Europa verschärfte sich die Situation im Quartalsverlauf erneut. Durch die Rückkehr von Urlaubern stieg die Anzahl der Neuinfektionen in den meisten Ländern wieder an. Die Qualität des Infektionsanstiegs änderte sich jedoch, da die Neuinfektionen nicht mehr konzentriert an bestimmten Orten, sondern eher vereinzelt und über größere Gebiete verteilt auftraten. Die Beschränkungen und auch das vorsichtige und zurückhaltende Verhalten der Verbraucher beeinträchtigten weiter die volkswirtschaftlichen Aktivitäten, die im zweiten Quartal zu einem globalen Konjunktureinbruch von historischem Ausmaß geführt hatten. Die Ende Juli veröffentlichten ersten Schätzungen für das BIP-Wachstum in Q2 waren zwar bereits schwach erwartet worden, die veröffentlichten Zahlen blieben aber hinter den Erwartungen zurück. In den USA wurde mit einem annualisierten Wachstumseinbruch von -32,9% gg. Vq. der stärkste Konjunktureinbruch seit den 1940er Jahren festgestellt. In Deutschland war der BIP-Rückgang mit -10,1% gg. Vq. der stärkste in den letzten 50 Jahren. Auch Frankreich verzeichnete mit -13,8% gg. Vq. einen signifikanten Rückgang des BIP-Wachstums, den dritten in Folge. In der Eurozone insgesamt ging das BIP-Wachstum um 12,1% gg. Vq. zurück.
Die schlechten BIP-Wachstumszahlen wurden von den Marktteilnehmern aber als ein Blick in den Rückspiegel angesehen und verunsicherten nur kurzfristig. Ihre Aufmerksamkeit richtete sich stärker auf die zeitnäher ermittelten und vorausschauenden Geschäftsklimaindizes, wie z.B. in Deutschland den Ifo-Index, die bereits auf eine Konjunkturerholung hindeuteten. Die sehr lockere Geld- und Fiskalpolitik stützte weiterhin die internationalen Aktienmärkte, die sich schneller als erwartet erholt haben. Jedoch gab es kurzzeitig Kursrückschläge, da die Kursentwicklung an den Börsen den realwirtschaftlichen Daten vorausgeilt zu sein schien. Per Saldo konnte in den meisten Marktsegmenten eine positive Wertentwicklung im Quartalsvergleich erreicht werden, die aber nicht ganz ausreichte um die Verluste des ersten Quartals auszugleichen.

Rückblick auf die wichtigsten Anlageklassen

Renten
Die geldpolitischen Maßnahmen und vor allem die Ankaufprogramme der großen Notenbanken haben die Lage an den internationalen Rentenmärkten deutlich beruhigt. Die Unsicherheiten im Zusammenhang mit dem Coronavirus, die Auswirkungen der Pandemie auf die Konjunktur und niedrige Inflationsraten veranlassten die Zentralbanken an den stützenden Maßnahmen festzuhalten. Um die Entschlossenheit dazu zu verdeutlichen nahm die US-Notenbank sogar eine Anpassung ihrer Strategie vor. Wie der Fed-Vorsitzende Jerome Powell auf dem Jackson Hole Symposium Ende August angekündigt hat, plant die Fed von der 2% Inflations-Obergrenze abzurücken und stattdessen ein flexibleres Inflationsziel zwar ebenfalls bei 2% zu wählen, das aber im Durchschnitt über die Zeit erreicht werden soll. Die Renditen 10jähriger US-Staatsanleihen bewegten sich im dritten Quartal in einem engen Seitwärtsband von 0,5% bis 0,8% und die Renditen 10jähriger Bundesanleihen lagen durchweg in einem schmalen negativen Band zwischen -0,4% und -0,6%. Auch wichtige Ereignisse, wie zum Beispiel die Einigung über das EU Budget, führten zu keinen größeren Ausschlägen an den Rentenmärkten, wie man aufgrund der teils ungewöhnlich hohen Volumina vielleicht hätte erwarten können. Auf der Sitzung des EU Rates war es im Juli gelungen, sich auf ein Budget 2021-27 mit einem Volumen von EUR 1.074 Bill., sowie auch auf die Finanzierung eines Wiederaufbaufonds mit einem Volumen von EUR 750 Mrd. zu einigen. Für den Wiederaufbaufonds wurde zudem vereinbart, dass ein Teil als Finanzhilfen (EUR 390 Mrd.) und ein Teil in Form von Krediten (EUR 360 Mrd.) vergeben werden soll. Umfang und Tragweite der Vereinbarungen wurden an den Finanzmärkten positiv aufgenommen. An den Anleihemärkten der Kernländer der Eurozone war der Einfluss der Budgetbeschlüsse weniger ausgeprägt zu beobachten. An den Anleihemärkten insbesondere in Italien, aber auch in Spanien gab es jedoch einen positiven Schub und Renditerückgänge, die zu einer Verringerung der Renditeabstände zu den Kernländern führte. Dadurch konnten Staatsanleihen in der Eurozone insgesamt eine leicht positive Wertentwicklung aufweisen. Die aufgrund der Budgetbeschlüsse zu erwartenden Fiskalprogramme und der sich dadurch bessernde Wirtschaftsausblick stützten die Kursentwicklung an den Märkten für Unternehmensanleihen und Hochzinsanleihen. In beiden Marktsegmenten konnten im Quartalsverlauf positive Wertentwicklungen verzeichnet werden. Die Anstiege konnten zwar die Verluste seit Jahresanfang weiter verringern, reichten aber nicht, um diese vollständig auszugleichen. Anleihen aus Schwellenländern (Emerging Markets, EM), zeigten sich im Quartalsverlauf stabil, konnten aber die aus Euro-Anlegerperspektive negativen Währungseffekte aufgrund des erneut stärkeren Euro nicht ausgleichen.

Aktien
Sowohl auf der Makroebene mit den starken BIP-Wachstumseinbrüchen als auch auf der Mikroebene mit überwiegend zweistelligen, in einigen Sektoren wie Energie und zyklischen Konsumgütern sogar dreistelligen, prozentualen Gewinnrückgängen fielen die rückwärtsgewandten Daten für das zweite Quartal sehr schwach aus. Die internationalen Aktienmärkte blickten aber durch die schlechten Daten hindurch und richteten den Fokus auf Indikatoren und Umfrageergebnisse, die zeitnäher das aktuelle Wirtschaftsgeschehen erfassen und versuchen das künftige Umfeld auszuleuchten. Die Aktienmärkte zeigten sich erstaunlich robust und konnten von Beginn des dritten Quartals an weiter zulegen. Dies galt vor allem für den US-amerikanischen Markt. Allerdings zeigte sich die relative Stärke der dortigen Unternehmen sehr ungleich verteilt. Wie sich bereits seit dem Hochpunkt der Krise Ende März abgezeichnet hatte, wurde vor allem der in den USA besonders starke Technologiebereich zu einem positiven Treiber für den Aktienmarkt. Die durch die Corona-Pandemie ausgelösten Verhaltensänderungen von Unternehmen und privaten Verbrauchern führten zu einer unterschiedlichen Verteilung von Vor- und Nachteilen für einzelne Geschäftsmodelle und Sektoren. Während Geschäftsmodelle, die auf eine Zusammenkunft von Leuten und Zusammenarbeit mit persönlichen Kontakten angewiesen sind, mit Nachteilen und hohen Kosten konfrontiert waren und sind, erschlossen sich für Unternehmen, die z.B. Dienstleistungen und Instrumente für das Arbeiten von zu Hause anbieten (Stichwort: Home Office) neue Geschäftsmöglichkeiten. Vor allem internetorientierte Technologieunternehmen konnten diese Veränderungen mit ihren Produkten und Dienstleistungen nutzen. So wurde der US-Leitindex S&P 500 seit dem zweiten Quartal maßgeblich von der Kursentwicklung von nur mehr etwa zehn großen Aktienwachstumswerten des Technologiebereichs getrieben. Die Wertentwicklungen dieser wenigen großen Unternehmen erklären zu einem guten Teil auch die vergleichsweise stärkere Kursentwicklung der US-Aktien im Vergleich zu anderen Märkten in diesem Jahr. Eine starke Konzentration auf wenige große Aktientitel führt in der Tendenz aber auch zu einer höheren Schwankungsanfälligkeit. So setzte Mitte September eine Kurskorrektur ein. Eine Reihe von Faktoren dürfte dazu beigetragen haben: Nachrichten zu einer weiteren Verhärtung der Beziehungen zwischen USA und China, ein vergleichsweise trüber Konjunkturausblick, den der Fed-Vorsitzende Jerome Powell auf dem Fed-Symposium in Jackson Hole gegeben hatte, Befürchtungen, dass vor den US-Wahlen zwischen Republikanern und Demokraten keine Einigung für ein fiskalisches Anschlusspaket gefunden werden kann, oder vielleicht auch nur Gewinnmitnahmen. Die Kurskorrekturen wurden zu einer Sektorrotation genutzt, so dass die Wertentwicklung im Quartalsvergleich über die Sektoren hinweg vergleichsweise ausgeglichener war als seit Jahresanfang.

Alternative Investments
Der von dem EU-Budgetbeschluss mit fiskalischem Hilfsprogramm ausgehende Impuls zu einem stärker werdenden Euro hielt im Juli an und führte ihn im Verhältnis zum US-Dollar von Niveaus bei Anfang Juli noch EURUSD 1,12 auf EURUSD 1,18 Ende Juli. Seither hat sich dieses Währungspaar überwiegend in einem Seitwärtsband zwischen 1,18 und 1,20 bewegt, bevor der US-Dollar zum Quartalsende wieder etwas aufwertete. Nachrichten zur möglichen Einführung eines umstrittenen Binnenmarktgesetzes, das den mit der EU geschlossenen Brexit-Vertrag einseitig ändern würde, schwächten das britische Pfund und führte Anfang September zu einer Aufwertung des Euro, die im Laufe des Monats aber wieder weitgehend korrigiert wurde. Gestützt durch einen schwächeren US-Dollar konnte der Goldpreis im Juli zunächst weiter zulegen und kurzzeitig die Marke von 2.000 US-Dollar/Unze überspringen. Seit Mitte August lag er überwiegend in einem Seitwärtsband zwischen 1.850 und 2.000 US-Dollar/Unze. Eine schwache Ölnachfrage und eine OPEC Entscheidung, Sonderkürzungen der Öl-Produktion im August auslaufen zu lassen, haben den Rohölpreis von Niveaus über 40 US-Dollar Anfang September kurzfristig auf unter 37 US-Dollar/Fass WTI gedrückt.

* Eigene Berechnungen auf der Grundlage von Daten von Bloomberg Finance L.P.; alle Angaben zur Wertentwicklung von Aktien und Anleihen sind in Euro (soweit nicht anders angegeben). Stand: 30. September 2020

Wichtige Hinweise

Das vorliegende Dokument dient zu Werbezwecken und ist nur für professionelle Kunden bestimmt. DWS ist der Markenname unter dem die DWS Group GmbH & Co. KGaA und ihre Tochtergesellschaften ihre Geschäfte betreiben. Die jeweils verantwortlichen rechtlichen Einheiten, die Kunden Produkte oder Dienstleistungen der DWS anbieten, werden in den entsprechenden Verträgen, Verkaufsunterlagen oder sonstigen Produktinformationen benannt. Die in diesem Dokument enthaltenen Angaben stellen keine Anlageberatung dar. Alle Meinungsäußerungen geben die aktuelle Einschätzung der DWS International GmbH wieder, die sich ohne vorherige Ankündigung ändern kann. Prognosen sind kein verlässlicher Indikator für die zukünftige Wertentwicklung. Prognosen basieren auf Annahmen, Schätzungen, Ansichten und hypothetischen Modellen oder Analysen, die sich als nicht zutreffend oder nicht korrekt herausstellen können. Wertentwicklungen der Vergangenheit, simuliert oder tatsächlich realisiert sind kein verlässlicher Indikator für die künftige Wertentwicklung. Dieses Dokument und die in ihm enthaltenen Informationen dürften nur in solchen Staaten verbreitet und veröffentlicht werden, in denen dies nach den jeweils anwendbaren Rechtsvorschriften zulässig ist. Der direkte oder indirekte Vertrieb dieses Dokuments in den USA sowie dessen Übermittlung an oder für Rechnung von US-Personen oder an in den USA ansässige Personen ist untersagt.
DWS International GmbH. Stand: 30.09.2020
Weitere Informationen finden Sie unter: www.dws.com