Managementkommentar Dezember 2019

Marktrückblick

Wir wollen an dieser Stelle, am Anfang einer neuen Dekade, nicht nur etwas über den zurückliegenden Monat Dezember, sondern auch über das zurückliegende Jahr und Jahrzehnt schreiben. Denn da gab es manch beeindruckende Entwicklung an den Märkten. Wir lassen einfach mal einige Zahlen (jeweils die Gesamtrendite) für sich sprechen: S&P 500 (Dezember: 3%, 2019: 31,5%, 2010-2020: 257%), Euro Stoxx 50 (1,2%, 29%, 86%), Dax (0,1%, 25%,122%), MSCI Japan Index (1,3%,19%,127%), aber MSCI Emerging Markets Index kurzfristig stark, aber langfristig schwächer (7,5%, 19% und 49%). Auch Rohstoffe entwickelten sich interessant: Gold (4%,19%,39%), Öl (10,7%,15%, -23%), Eisen (5,7%, 29%, -25%) und Kohle (-9,6%, -39%, -37%). Und natürlich erst recht die Renten: US-Hochzinsanleihen (2,1%, 14%, 106%), Italienische Staatsanleihen (-0,5%, 17%, 97%), Euro-Hochzinsanleihen (1%, 10%, 88%), Asiatische Anleihen (0,3%, 14%, 79%) und 2-jährige Bundesanleihen (-0,1%, -1%, 4%), womit letztere Papiere zumindest ihren Ruf als wenig aufregend gerecht wurden. Insgesamt also endete eine starke Dekade mit einem starken Jahr und einem starken Monat. Während es bei Rohstoffen etwas rumpelte, und kurzlaufende Anleihen auf der Stelle traten, haben Anlagen mit Renditeprämie sehr gut abgeschnitten – insbesondere Aktien und Unternehmensanleihen, mit den USA als Zugpferd. Eine weitere Zahl, die das Jahr 2019 gut zusammenfasst, ist 17 Billionen US-Dollar. Das waren zum einen der Gegenwert aller negativ rentierenden Anleihen im Sommer (August) und zum anderen der Zuwachs des Marktwertes aller gehandelten Aktien weltweit im vergangenen Jahr (genauer gesagt vom Markttiefpunkt am 25.12.2018 bis zum 31.12.2019).

Damit genug Rückblick auf die vergangenen Jahre, konzentrieren wir uns nun auf den vergangenen und den kommenden Monat. Der Dezember brachte bei zwei wichtigen globalen Themen etwas mehr Klarheit. Zum einen haben die Briten für Boris Johnson und damit für einen möglichst raschen Brexit gestimmt. Zum anderen haben die USA und China bekanntgegeben, dass sie sich im Wesentlichen auf die Eckpunkte des "Phase-One-Deals" geeinigt hätten. Am 15. Januar soll unterschrieben werden. Die Märkte haben recht positiv auf diese Ereignisse reagiert, zumindest könnte man dies mit Blick auf die starken Kursgewinne vermuten. Vielleicht war aber auch der Aufwärtsdrang der Märkte aufgrund sich zumindest stabilisierender Wirtschaftsdaten und den monetären Stimuli zum Jahresende hin einfach zu stark. Wir sehen die Fortschritte sowohl bei dem US-chinesischen Handelskrieg als auch dem Brexit etwas skeptischer. Zwar mögen die Extremrisiken (weitere Eskalationsspiralen bei den Strafzöllen oder No-Deal-Brexit) abgenommen haben, doch bleiben genügend Risiken bestehen. Sei es, dass der US-China-Vertrag deutlich substanzloser als erhofft ausfällt, sei es, dass Boris Johnsons Zeitplan zu ambitioniert ist.

Ansonsten stand im Dezember die erste Pressekonferenz der neuen Europäischen Zentralbank (EZB)Präsidentin Christine Lagarde an, in der sie deutlich machte, vorerst an der Geldpolitik nichts zu ändern. Mittelfristig plant sie jedoch, die Ziele, Instrumente und Strategien der Behörde auf den Prüfstand zu stellen und das Mandat eventuell breiter auszulegen. Von der makroökonomischen Seite gab es im Dezember vielerorts eine Stabilisierung der Einkaufsmanagerindizes, wobei aber das produzierende Gewerbe zumeist im Rezessionsterrain verharrte. Zumindest die jüngsten Ifo-Zahlen aus Deutschland übertrafen aber die Erwartungen deutlich. Weiterhin gut sieht es am US-Arbeitsmarkt aus, während zum Jahresende auch die Inflation in vielen Regionen ihr Haupt noch einmal erhob und mit Werten um ein Prozent leicht nach oben überraschte.

Bleibt als Resümee festzuhalten: Das Jahr endete auf politischer Ebene etwas besser als erhofft. Die (zumeist nur als Risikoszenario geführte) Sorge einer Rezession in einer der großen Volkswirtschaften erfüllte sich zwar nicht, doch wurden die Wachstumsziele der meisten Beobachter auch nicht erreicht, geschweige denn übertroffen. Zudem blieb die Gewinnentwicklung der Unternehmen sogar hinter den Erwartungen zurück. Dafür zeigten sich die Zentralbanken jedoch deutlich expansiver als noch zu Jahresbeginn erwartet und schnitten die Märkte deutlich besser als erhofft ab. Mit 27,3 Prozent erzielte der MSCI AC World Index seine drittbeste Jahresgesamtrendite seit 1991. Das muss allerdings noch kein schlechtes Omen für das laufende Jahr sein, da historisch gesehen einem guten Jahr in deutlich mehr Fällen ein weiteres gutes Jahr als ein schlechtes Jahr folgte. Angesichts der hohen Bewertungen und der insgesamt recht hohen Marktzuversicht bleiben wir jedoch verhalten optimistisch.

* Eigene Berechnungen auf der Grundlage von Daten von Bloomberg Finance L.P.; alle Angaben zur Wertentwicklung von Aktien und Anleihen sind in Euro (soweit nicht anders angegeben). Stand: 31. Dezember 2019

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DWS International GmbH. Stand: 31.12.2019
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