Managementkommentar Oktober 2019

Im Berichtsmonat Oktober setzte sich die freundliche Börsenentwicklung fort. Getrieben wurden die Märkte durch eine weitere Entspannung im Handelskonflikt zwischen China und den USA sowie erste Stabilisierungssignale im Verarbeitenden Gewerbe. Der DAX legte im Oktober um 3,5% und der MDAX um 1,4% zu. Die US-amerikanischen Indizes Dow Jones und S&P 500 verbesserten sich um 0,5% bzw. 1,8%. Der FUNDament Total Return stieg um 1,4% und verbesserte sich im Jahresvergleich um 4,6%.

Positiv entwickelte sich im Berichtszeitraum die Sondersituation Westwing. Nachdem die Position zu einem Kurs erworben werden konnte, der unter der Nettoliquidität pro Aktie lag, legte der Kurs nach dem überraschenden Wiedereinstieg des Inkubators Rocket Internet, der mittlerweile auf >10% aufgestockt hat, weiter deutlich zu. Es ist davon auszugehen, dass Investoren wie Rocket, die eher der Private Equity Branche zuzuordnen sind, bereits beim Kauf eine klare Exit-Strategie entwickelt haben. Neben einer erfolgreichen Restrukturierung, die, sofern die Gesellschaft die eigenen Ziele mittelfristig erreicht, einen Fairen Wert pro Aktie von deutlich jenseits der 20€ rechtfertigen würde, könnte somit als weiterer Trigger eine Übernahme oder Fusion hinzukommen. Ebenfalls positiv beigetragen hat unsere Position in Schaltbau Holding. Die Gesellschaft profitiert zunehmend von der erfolgreichen Restrukturierung und konnte mittlerweile 2-stellige Wachstumsraten bei deutlich steigender Profitabilität erreichen. Der wenig zyklische Zulieferer für die Bahnindustrie ist nach wie vor attraktiv bewertet und dürfte mittelfristig ebenfalls ein klarer Übernahmekandidat sein. Negativ beigetragen zur Performance hat die hohe Absicherung über Futures und Optionen. 

Die Märkte werden auch im weiteren Jahresverlauf unverändert von hoher Unsicherheit geprägt sein. Zwar werden derzeit zahlreiche Marktteilnehmer positiver für die gesamtwirtschaftliche Entwicklung. Hierbei gilt jedoch zu beachten, dass bis vor einigen Wochen die globale Wirtschaft vor der gestaffelten Einführung weiterer Zölle stand und somit Vorzieheffekte zu den „green shoots“ beigetragen haben dürften. Diese Annahme wird auch die Divergenz bei den chinesischen PMIs untermauert. Während der private PMI, der überwiegend bei kleinen Unternehmen im östlichen Teil Chinas erhoben wird und somit stark vom Welthandel geprägt ist, stark zulegte, verharrte der offizielle PMI, der landesweit erhoben wird, im Kontraktionsbereich. Diese Divergenz deutet darauf hin, dass die weltweite Erholung nicht durch einen breit angelegten Aufschwung in China angetrieben wird, sondern eher durch Vorzieheffekte im Vorfeld der gestaffelten Einführung diverser Zölle. Unabhängig von der gesamtwirtschaftlichen Lage ist die Stimmungslage bei der Mehrzahl der Investoren wieder sehr euphorisch, wie zB an den sehr niedrigen Put/ Call Ratios oder des rekordhohen Leerverkaufsvolumens von Volatilität in den USA abzulesen ist. Eine offensive Portfolioausrichtung erscheint in diesem Spannungsfeld unverändert nicht angebracht.