Kundeninformation zum Umgang mit Nachhaltigkeitsfaktoren und Nachhaltigkeitsrisiken

1. Erklärungen im Zusammenhang mit der OffenlegungsVO


1.1 Erklärung der BV Bayerische Vermögen GmbH zum Umgang mit Nachhaltigkeitsrisiken und zur Berücksichtigung nachteiliger Auswirkungen auf Nachhaltigkeitsfaktoren für den Geschäftsbereich Vermögensverwaltung


Die Vereinten Nationen haben 17 Entwicklungsziele, die sogenannten Global Goals, für eine nachhaltige Entwicklung definiert. Zur Erreichung dieser Ziele will die Europäische Union auch die Finanzdienstleistungsindustrie in die Pflicht nehmen.


Die Entwicklung hin zu mehr Nachhaltigkeit wird unter dem Stichwort „ESG“ geführt. Auch wirtschaftliche Tätigkeiten sollen diesen Zielen der Ökologie, der sozialen Gerechtigkeit und den Prinzipien der guten Unternehmensführung (Good Governance) dienen. Unternehmen gelten als nachhaltig, wenn sie durch ihre wirtschaftliche Tätigkeit versuchen, diese Ziele zu erreichen.


Aufgrund dieser gesetzlichen Vorschriften, veröffentlicht mit der Verordnung (EU) 2019/2088 des europäischen Parlaments und des Rates vom 27. November 2019 über nachhaltigkeitsbezogene Offenlegungspflichten im Finanzdienstleistungssektor (OffenlegungsVO), ist die BV Bayerische Vermögen GmbH als Finanzmarktteilnehmer zu den nachfolgenden Angaben verpflichtet. Eine Bewerbung ökologischer oder sozialer Merkmale für die Anlagestrategien der BV Bayerische Vermögen GmbH ist aktuell nicht beabsichtigt.


1.2 Keine Berücksichtigung von nachteiligen Auswirkungen auf Nachhaltigkeitsfaktoren (Art. 4 Abs. (1) b) u. Art. 7 Abs. (2) OffenlegungsVO)


Wir erachten den Umgang mit Nachhaltigkeit als eine zentrale unternehmerische Verantwortung, um kommenden Generationen Wohlstand in einer lebenswerten Umwelt zu sichern. Neben der Beachtung von nachteiligen Auswirkungen auf Nachhaltigkeitsfaktoren in unserer Unternehmensorganisation selbst, sehen wir es als unsere Aufgabe an, auch unseren Kunden in der Ausgestaltung unseres Produktangebotes perspektivisch nachhaltige Anlagestrategien und Fonds anzubieten, die nachteilige Auswirkungen auf Nachhaltigkeitsfaktoren gem. der EU-Gesetzgebung berücksichtigen.


Auf dem Weg der Umsetzung der gesetzlichen Anforderungen zu nachhaltigkeitsbezogenen Pflichten aus der OffenlegungsVO gibt es jedoch noch viele offene gesetzgeberische Fragen. Einige Rechtsakte befinden sich zudem noch in der Diskussion und sind noch nicht verabschiedet. Zum gegenwärtigen Zeitpunkt sind Unternehmen noch nicht verpflichtet, entsprechend den Nachhaltigkeitsfaktoren zu berichten und in ihrer nichtfinanziellen Berichterstattung fehlen überwiegend noch Äußerungen zu diesen. Eine qualifizierte Beurteilung über die Berücksichtigung von nachteiligen Auswirkungen auf Nachhaltigkeitsfaktoren gem. der OffenlegungsVO über ein Gesamtportfolio über alle Finanzinstrumente hinweg ist aufgrund der aktuellen Datenlage aus Sicht der BV Bayerische Vermögen GmbH nicht darstellbar.


Der Gesetzgeber fordert eine Erklärung, ob nachteilige Auswirkungen auf Nachhaltigkeitsfaktoren im Sinne der OffenlegungsVO berücksichtigt werden oder nicht (Art. 4 Abs. 1b OffenlegungsVO). Die BV Bayerische Vermögen GmbH sieht sich gegenwärtig aufgrund der aktuell unzureichend vorhandenen Daten der berichtenden Unternehmen bzw. Finanzinstrumente sowie ausstehender Regularien nicht in der Lage, Kunden ein – unter Berücksichtigung von Nachhaltigkeitsfaktoren – risikoadjustiertes und diversifiziertes Portfolio zusammenzustellen, das Finanzinstrumente von Unternehmen enthält, die entsprechend dem Regelwerk der europäischen OffenlegungsVO produzieren bzw. einer wirtschaftlichen Aktivität nach Taxonomieverordnung nachgehen. Eine Berücksichtigung von wichtigen nachteiligen Auswirkungen auf Nachhaltigkeitsfaktoren im Rahmen der Strategien der Vermögensverwaltung im Sinne der Gesetzgebung der EU in Form der Förderung spezifischer ESG-Faktoren findet daher aktuell nicht statt. Auch berücksichtigen die Anlagestrategien der Vermögensverwaltung nicht die EU-Kriterien für ökologisch nachhaltige Wirtschaftsaktivitäten im Sinne der Gesetzgebung der EU.


Wir weisen aber ausdrücklich darauf hin, dass diese Erklärung nichts an der Bereitschaft ändert, einen Beitrag zu einem nachhaltigeren, ressourceneffizienten Wirtschaften zu leisten, mit dem Ziel, insbesondere die Risiken und Auswirkungen des Klimawandels und anderer ökologischer und sozialer Missstände zu verringern und perspektivisch eine Berücksichtigung von nachteiligen Nachhaltigkeitsauswirkungen in unseren Anlagestrategien der Vermögensverwaltung zu integrieren.


1.3 Informationen über die Art und Weise der Einbeziehung von Nachhaltigkeitsrisiken (Art. 6 OffenlegungsVO)


Umweltbedingungen, soziale Verwerfungen und/oder eine schlechte Unternehmensführung können in mehrfacher Hinsicht negative Auswirkungen auf Vermögenswerte haben. Diese sogenannten Nachhaltigkeitsrisiken (auch „ESG-Risiken“) können unmittelbare Auswirkungen auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage und auch auf die Reputation eines Unternehmens haben. Da sich derartige Risiken letztlich nicht vollständig ausschließen lassen, haben wir für die von uns angebotenen Finanzdienstleistungen spezifische Strategien entwickelt, um Nachhaltigkeitsrisiken im Rahmen unseres Nachhaltigkeitskonzepts begrenzen bzw. berücksichtigen zu können.


Auch wenn die BV Bayerische Vermögen GmbH erklärt, dass sie nachteilige Nachhaltigkeitsauswirkungen im Sinne der EU-Gesetzgebung derzeit nicht berücksichtigt, möchten wir dennoch erläutern, wie wir Nachhaltigkeitsrisiken im Rahmen unseres Nachhaltigkeitskonzepts in unsere Strategien der BV Premium Vermögensverwaltung einbeziehen (Angabe gem. Art. 6 Abs. (1) a) OffenlegungsVO).


Der Kunde hat die Option, das „Nachhaltigkeitskonzept Vermögensverwaltung“ der BV Bayerische Vermögen GmbH zu wählen. Durch diese Option bezieht die BV Bayerische Vermögen GmbH Nachhaltigkeitsrisiken mit ein. Dies erfolgt im Wesentlichen über den Vergleich von ESG-Scores von Einzeltiteln zueinander und durch Auswahl von ETFs und Fonds, die bereits ein Nachhaltigkeitsrisiko-Screening im Fondsmanagement bzw. in der Konzeption durchlaufen haben.

Ein Portfolio, welches unter der Option „Nachhaltigkeitskonzept Vermögensverwaltung“ optimiert wird, muss einen durchschnittlichen ESG-Score über 50 (Range 0-100) auf Einzeltitelebene ausweisen und bei über 50 Prozent der gewählten Fonds und ETFs müssen Nachhaltigkeitsrisiken berücksichtigt sein, wobei mindestens 70% der Finanzinstrumente/Wertpapiere des Portfolios einen ESG-Score aufweisen müssen oder einem Nachhaltigkeitsrisiko-Screening unterzogen worden sind. Unter der Rubrik "Nachhaltigkeitskonzept Vermögensverwaltung" finden Sie hierzu detailliertere Informationen.

Durch die Option „Nachhaltigkeitskonzept Vermögensverwaltung“ wird das Investmentuniversum zur Optimierung des Portfolios eingeschränkt. Dies kann negative Auswirkungen auf das Risiko-/Ertragsprofil der Anlagestrategie haben (Angabe gem. Art. 6 Abs. (1) b) der OffenlegungsVO).


Darüber hinaus können Aspekte der Nachhaltigkeit gegenüber der aktiven Steuerung der Assetklassenverteilung auf Portfolioebene (temporär) geringer gewichtet werden.

Die Gehaltsstruktur der BV Bayerische Vermögen GmbH hat dabei keinen Einfluss auf die Berücksichtigung von Nachhaltigkeitsrisiken.