Managementkommentar März 2018

Angst vor einer Beschleunigung der Inflation markiert den Beginn dieser Korrektur seit Anfang Februar. Etwa aufgrund des drohenden (kalten) Handelskriegs durch die vom US-Präsidenten eingeführten Strafzölle auf Aluminium und Stahl. Denn diese bedeuten wiederum Zölle von den betroffenen Staaten auf US-amerikanische Produkte.

Es fällt mir aber schwer, bereits von einer Umkehr der 1989 beschleunigten Globalisierung zu sprechen. Denn Globalisierung lässt sich nicht einfach zurückdrehen – und mit China und den USA verhält es sich längst wie mit siamesischen Zwillingen: Der Eine kann ohne den Anderen nicht. Das heißt: Obwohl Trump verkündet, mit solchen Maßnahmen eine Verringerung des US-Handelsdefizits erreichen und den Aufstieg Chinas abbremsen zu wollen, dürften diese Strafzölle am Ende nur ein Ziel verfolgen können: genügend Druck gegenüber den Verhandlungspartnern aufzubauen.

Außerdem führten der Datenskandal bei Facebook sowie die Unfälle autonomer Fahrzeuge zu teils berechtigten Zweifeln an der Zukunftsfähigkeit mancher Technologien. Die schon hohen Bewertungen der Technologieaktien führten in der Folge zu deutlichen Korrekturen – und zogen auch die „klassischen“ Werte mit nach unten.

In Europa sind wir deshalb bei den Tiefs im September des vergangenen Jahres angekommen. Die Stimmungsindikatoren haben sich merklich abgekühlt. Ich gehe deshalb davon aus, dass wir die Tiefs in diesem Jahr bereits gesehen haben. Allerdings sind die Reaktionen auf Nachrichten und deren Interpretation durch die Markteilnehmer häufig sehr stark, manchmal heftig und können mitunter weitere Kursabschläge auslösen.

Nimmt man den politischen Lärm aber weg, bleiben die gute konjunkturelle Lage, die hohe Liquidität und mittlerweile vernünftige Bewertungen. Mit den bisher Erreichten -6,75% Entwicklung seit Jahresanfang bin ich selbstredend nicht zufrieden. Allerdings ist das Jahr noch lange nicht vorüber und die Messe für dieses Jahr noch lange nicht gelesen. Die Aktienquote netto beträgt 21%. Der Rest verteilt sich auf Cash (32%), Gold 5% und Renten 15%.