Managementkommentar Juni 2017

Performance im Juni 2017 und 2. Quartal

Der Max Otte Vermögensbildungsfonds konnte sein Niveau im Juni 2017 fast beibehalten und mit einem leichten Minus von 0,83% etwas besser als der MSCI World Index (in Euro umgerechnet) mit einem Minus von 1,17% abschneiden. Den Monat Juni beendete er mit einem Nettoinventarwert (NAV) von 121,62 Euro pro Fondsanteil.

Über die letzten sechs Monate stieg der Wert des Max Otte Vermögensbildungsfonds um 6,3%. Zum Vergleich: Der MSCI World Index (in Euro umgerechnet) gewann nur um 1,2%.
In diesem Zeitraum liegen wir hinter dem DAX, schlagen allerdings den MSCI World in Euro und den britischen Aktienindex FTSE 100.

Mit der absoluten Performance sind wir zufrieden - unser Ziel ist es, nach Steuern durchschnittlich 10-12% p.a. für unsere Kunden zu verdienen. Dabei ist immer zu bedenken, dass es an der Börse gute und schlechte Jahre geben wird und dass Sie Ihre Mittel langfristig bei uns arbeiten lassen sollten.

Umfeld

Der Grund für den leichten Rückstand in den letzten sechs Monaten und die etwas zurückgebliebene relative Performance gegenüber dem DAX ist schnell gefunden: der Max Otte Vermögensbildungsfonds notiert in Euro. Unsere U.S.-Titel haben sich auch in diesem Zeitraum ordentlich entwickelt, aber der US- Dollar hat in den letzten sechs Monaten 7,9% gegenüber dem Euro verloren.

Das Thema Währungen gehen wir gelassen an. Zunächst einmal befindet sich ein Portfolio mit Unternehmen aus den unterschiedlichsten Währungen im Fonds. Außerdem ist es gar nicht so wichtig, in welcher Währung eine Aktie notiert ist, denn viel wichtiger ist, in welchen Währungsräumen das Unternehmen seine Umsätze erzielt. Beispiele: Bei BMW ist ein erheblicher Teil USA und Asien dabei, bei Facebook auch ein wachsender Anteil Europa. So gleicht sich vieles mittelfristig wieder aus. Es kommt vor allem auf die Qualität des Unternehmens bzw. der Aktie selber an.

Wesentliche Beiträge zur Performance

Zur Performance des Max Otte Vermögensbildungsfonds im Juni trugen vor allem unsere Beteiligungen an Capita plc, Gilead Sciences, VF Corp., Fossil und Ralph Lauren positiv bei.

Sowohl mit Capita plc., als auch Ralph Lauren und Fossil gelang uns wahrscheinlich der nahezu perfekte Einstieg (obwohl wir das erst in ein oder zwei Jahren wissen werden). Alle drei Unternehmen waren massiv im Kurs gefallen, bevor wir nach einer sorgfältigen Analyse zugriffen.

Das englische Dienstleistungsoutsourcingunternehmen Capita Group beobachten wir seit zehn Jahren. Capita bietet Dienstleistungen für öffentliche Verwaltung, betreibt Callcenter, das Londoner Mautsystem und Dienstleistungen für die Finanzbranche. Das Unternehmen ist ein Dividendenaristokrat, der in 19 von den letzten 20 Jahren die Dividenden gesteigert bzw. niemals gesenkt hat.

Nun kamen einige Entwicklungen zusammen: Capita hatte Call Center in Deutschland gekauft und sich dafür höher verschuldet. Dann kam der Brexit. Und die Implementierung des Mautsystems in London verzögerte sich. Die Aktie stürzte ab. Wir sprachen mit dem Unternehmen: man bereitet in aller Ruhe einen strategischen Plan vor, den Geschäftsbereich Finanzdienstleistungen zu veräußern, um die Bilanz zu stärken, hieß es. Die anderen Geschäftsbereiche liefen gut. Im Privatinvestor 47/2016 veröffentlichten wir eine ausführliche Analyse.

Wir kauften zu und stehen mittlerweile rund 23% im Plus. Das Unternehmen hat weiterhin ein Potential von mindestens 20 – 30%. Zudem versüßen 4,8% Dividende das Warten.

Der Modebranche weht derzeit der Wind ins Gesicht. Manche Unternehmen haben große Probleme - wie zum Beispiel Gerry Weber - andere müssen mit einem erschwerten Marktumfeld fertig werden. In der letzten Zeit stürzten die Aktien der Uhrenmarke Fossil, der auch für viele Markenfirmen Lizenzuhren vertreibt, sowie die Aktie von Ralph Lauren ab.

Ralph Lauren
ist seit 20 Jahren an der Börse, inhabergeführt, und verfügt über zeitlose Marken. Zwar hat man sich mit dem Markenportfolio und auch mit den Store Locations etwas übernommen, aber das Unternehmen ist weiter cashflowstark mit einer starken Bilanz. Auch hier könnte uns ein perfekter Einstieg geglückt sein.

Fossil vermarktet Uhren, Geldbörsen, Taschen und Accessoires unter der eigenen Marke und in Lizenz für solch bekannte Marken wie unter anderem ADIDAS, Marc Jacobs, Karl Lagerfeld, DIESEL, SKAGEN, Micheal Kors und Burberry.
Der Uhrenmarkt ist rückläufig. Aber auch Fossil hat eine ordentliche Bilanz und einen nach wie vor hinreichenden Cash Flow. Dem stand ein Kursabsturz von 90% gegenüber. Wir halten das für deutlich übertrieben.

 

 

Zusätzlich macht uns der Bekleidungskonzern V.F. Corp. mit den bekannten Marken The North Face, VANS, Timberland, Wrangler, Lee und EASTPAK im Berichtsmonat viel Freude. Gilead Sciences fängt ebenfalls an, sich zu erholen. Das Unternehmen vermarktet Medikamente für die Indikationen Hepatitis und Aids. Die Hepatitis-Medikamente stehen unter starkem Preisdruck, waren vorher aber auch extrem teuer. (Therapien für mehrere 10.000 Dollar). Der Aids-Bereich wächst. Das Unternehmen ist cashflowstark, hat Nettoliquidät und die Aktie ist mit einem KGV von 7 sehr billig. Irgendwann wird das sehr gute Management auch einen neuen Blockbuster lancieren. Und zwischenzeitlich könnte das KGV schon auf das normale Niveau der Branche steigen, was einen Kursgewinn von 40 - 50% beinhalten würde.


Der größte Fleischkonzern der Welt JBS SA macht uns gegenwärtig keine Freude. Wir haben ihn damals aufgenommen, weil der Konzern auch unter Bezug des politischen Risikos unterbewertet erschien. Denn gegessen wird immer. Wir sind gegenwärtig noch der gleichen Ansicht und gehen davon aus, dass mit einem Börsengang in Amerika das vorhandene Politik- und Verschuldungsrisiko sinken kann.

Alphabet kam nach der Ankündigung der Rekordstrafe von 2.4 Milliarden Euro der EU-Kommission unter Druck. Der Konzern erwägt, Einspruch gegen die von der EU verhängte Strafe zu erheben. Dieser Prozess wird erfahrungsgemäß fast eine Dekade in Anspruch nehmen. Die Untersuchungen der EU-Kommission sind ein klares Indiz für die marktbeherrschende Stellung von Alphabet. Wir sehen aufgrund dieser Stellung in dem Kerngeschäft von Google und der Bereitschaft, andere Branchen mit neuen Technologien (wie Smart Home und autonomes Fahren) zu verändern, noch Potenzial und bleiben investiert.

Unsere kleinen Positionen Cia de Minas Buenaventura und Barrick Gold sind ein Langfristhedge für schwierige Zeiten. Wenn die Preise zwischenzeitlich etwas zurück gehen, ist das kein Grund für Unruhe. Im Gegenteil, es beruhigt mich sehr, denn in schwierigen Zeiten könnte dieses Asset sprichwörtlich Gold wert sein.

Positionierung, Verkäufe und Zukäufe

Unsere Neuaufnahme Ryman Healthcare ist ein leicht unterbewertetes Wachstumsunternehmen. Wachstumstreiber für das Geschäftsmodell ist die zunehmende ältere Bevölkerung in Neuseeland und Australien, speziell die Region Victoria. In Melbourne (Region Victoria) sollen bis 2020 noch fünf neue Ruhestandsdörfer entstehen, und in dieser Region soll sich die jährliche Bevölkerungszunahmerate in der Altersklasse über 75 Jahre innerhalb der nächsten zwanzig Jahre verdreifachen. Das Unternehmen kann sich durch einen Premiumservice, erschwingliche Preise und ein gutes Image in der Pflege von seinen Konkurrenten absetzen, was sich auch in der hohen Auslastung von 98% (Branchenschnitt 89%) bemerkbar macht. Die Co-Gründerfamilie Hickman ist mit rund 7% beteiligt und profitiert von regelmäßigen Dividendenerhöhungen. In den letzten zehn Jahren konnte das neuseeländische Unternehmen die Dividenden um 15,2% p.a. und den realisierten Gewinn um 16,2% p.a. steigern.

Aufgrund des besseren Chancen-Risiko-Verhältnisses haben wir eine Umschichtung Novo Nordisk in Gilead Sciences vorgenommen. Novo Nordisk ist hinsichtlich Qualität über alle Zweifel erhaben (deshalb auch weiterhin haltenswert für Privatinvestoren), jedoch sahen wir bei Gilead mit einen KGV von 7, was einer Gewinnrendite von 14,3% entspricht, bezogen auf den Preis, mehr Potenzial.

Des Weiteren haben wir Michael Kors abgebaut und dafür die Modeunternehmen wie Ralph Lauren und Fossil gekauft. Aus unserer Sicht spricht folgendes für diese Transaktion: Michael Kors ist zu explosiv gewachsen und die Produkte sind sehr modisch, wohingegen insbesondere die Produkte von Ralph Lauren zeitloser sind und die Unternehmen eine sehr lange Börsenhistorie und etablierte Marken haben. Hervor sticht auch der Preis: Ralph Lauren mit einem Kurs / Umsatz-Verhältnis (KUV) von 0,88 und Fossil von 0,16 sind deutlich günstiger als Michael Kors mit 1,3.

In unserem Bankenbasket gab es auch etwas Bewegung. Wir haben Commerzbank verkauft und die russische Sberbank nachgekauft. Die Sberbank zeichnet sich im 10-Jahresdurchschnitt durch hohe Eigenkapitalrenditen von 18%, ein niedriges Aufwand-Ertrags-Verhältnis von 46,4% und durch ein geringes Kreditverlust-Verhältnis von 3,8% für Banken in den BRICS-Staaten aus.

Wesentliche Beiträge zur Performance seit Jahresbeginn

Seit Jahresbeginn entwickelten sich Capita plc, RWE Vz und Lufthansa positiv.

Die deutschen Zykliker RWE und Lufthansa konnten in den letzten sechs Monaten sehr gut abschneiden. Diese zwei Unternehmen hängen sehr von den Energiepreisen ab, deshalb sind sie aus unserer Sicht keine Langfristinvestments. Wir kaufen solche Werte sehr gerne im zyklischen Tief, wenn wir das Gefühl haben, der Markt bewertet diese Unternehmen zu pessimistisch.
Bei der Aufnahme von RWE Vz zum Beispiel kamen wir nach unterschiedlichsten Berechnungen zu dem Entschluss, das wir mit einem Kauf von RWE Vz nur die Anteile an Innogy zum Marktwert (abzüglich der Rückstellungen) zahlen und das operative Geschäft von RWE, welches auch noch ordentliche Cashflows abwirft, „fast“ gratis erhalten. Dieses Investment hat sich ausgezahlt und wir standen zur Jahresmitte rund 49,7% im Plus.

Etwas gehemmt wurde die Performance des Portfolios von den Beteiligungen in JBS SA, Micheal Kors, Sberbank, Cia de Minas Buenaventura  und Barrick Gold. Unsere Sicht zu diesen Unternehmen haben wir Ihnen im oberen Teil des Berichts erläutert.

Unser gegenwärtiges Portfolio ist in der Gesamtheit gut aufgestellt. Im Mittel weisen unsere Unternehmen ein jährliches Eigenkapitalwachstum von 12% über die letzten zehn Jahre, eine durchschnittliche Rendite des Eigenkapitals von 21% über 5 Jahre und eine Eigenkapitalquote von rund 38% auf. Zusätzlich übersteigt bei fast der Hälfte der Unternehmen der Kassenbestand die Netto-Finanzverbindlichkeiten.

Die Bewertung der Portfoliounternehmen mit einer Free Cashflow Rendite von rund 9% bietet noch Potenzial.

Immer wieder finden wir attraktive Einstiegsmöglichkeiten wie im Berichtsmonat, Ralph Lauren und Fossil, oder vor einigen Monaten die Capita Group. Sollten die Goldminenaktien wider Erwarten noch weiter nachgeben, würden wir vielleicht unsere Position noch etwas erhöhen.

Managementkommentar Mai 2017

Performance im Mai 2017

Der Max Otte Vermögensbildungsfonds konnte sich im Mai 2017 auf hohem Niveau stabilisieren und schnitt mit einem leichten Minus von 0,94 % deutlich besser ab als der MSCI World Index (in Euro umgerechnet).
Den Berichtsmonat beendete er mit einem Nettoinventarwert (NAV) von 122,64 Euro pro Fondsanteil. Seit Jahresbeginn stieg sein Wert um sehr ordentliche 8,2 %. Zum Vergleich: Der MSCI World Index (in Euro umgerechnet) verlor im Mai 1,44 %. Seit Jahresbeginn stieg er ebenfalls – jedoch nur um 2,4 %.

Umfeld

Im Mai hatten die Börsen weiter Aufwind: Der S&P 500 gewann 1,16 %, der DAX 1,42 %. Der Nikkei legte um 2,36 % zu. Gegenüber dem US-Dollar machte der Euro 3,2 % gut, gegenüber dem britischen Pfund 3,68 %. Der Ölpreis zeigt sich weiterhin volatil und rutschte im Mai wieder etwas ab, um 2,05 %. Die Kurse für Gold und Silber stabilisierten sich mit einem leichten Plus von 0,05 % bzw. 0,65 %. Industrierohstoffe wie Metallkohle, Eisenerz und Nickel zeigten sich auch im Mai sehr schwankungsanfällig und markierten teilweise Verluste im zweistelligen Prozentbereich – nichts für langfristig orientierte Anleger wie uns, da diese Spekulationsobjekte auch keinen freiverfügbaren Cashflow für ihre Besitzer erwirtschaften.

Wesentliche Beiträge zur Performance

Zur guten Performance des Max Otte Vermögensbildungsfonds im Mai trugen vor allem unsere Beteiligungen an Sixt, Cognizant und an den IT-Riesen Alphabet und Amazon bei.

Um 2,8 % stieg der Wert unserer Beteiligung am Autovermieter Sixt im Mai 2017. Das Unternehmen aus Pullach hebt sich nicht nur mit seiner frechen Werbung, sondern auch immer wieder mit seinen innovativen Produktangeboten von seinen Wettbewerbern ab. Und das mit Erfolg. Der Umsatz stieg im letzten Geschäftsjahr um 10,7 %, der Gewinn sogar um 23,6 %. Das Geschäft ist verständlich und das Management exzellent. Auch bei den nachhaltigen Wettbewerbsvorteilen schneidet Sixt gut ab. Sixt positioniert sich in einer hart umkämpften Branche einerseits als Marke für Premiumservice, die gleichzeitig aber junge Menschen stark anspricht. Die führende Marktstellung in Deutschland, die erfolgreiche Expansion im Ausland, das weiter vorhandene Wachstumspotential und die Tatsache, dass es sich um ein inhabergeführtes Unternehmen handelt, machen Sixt insgesamt zu einer interessanten Portfolioposition.

Die Aktie des IT-Dienstleisters Cognizant verzeichnete im Mai ein sattes Plus von 7,85 %. Wir sehen das Unternehmen auch im Zuge der kommenden Restrukturierungsmaßnahmen auf gutem Kurs. Weltweit werden die Entwicklunsstudios verschlankt. Dank „Künstlicher Intelligenz“ und „Machine Learning“ können auch in dieser Sparte die Rechner immer mehr Aufgaben übernehmen. Hinzu kommt eine erfreuliche Entwicklung, die nur bei wenigen, herausragenden Unternehmen beobachtet werden kann. Während der Umsatz seit Jahren steigt, sinkt Cognizants Abhängigkeit von seinen Top-Kunden stetig. Der Umsatzanteil der Top-5-Kunden lag in 2016 bei 10 %, der Anteil der Top-10-Kunden bei 16,7 %.

Genauso wie Facebook reiten auch Alphabet und Amazon derzeit auf einer Welle stabilen Wachstums. Amazon gewann 2,52 % im Mai, Alphabet legte sogar um 3,42 % zu. Wir stiegen aufgrund des weiteren Wachstumspotenzials und der extrem guten Marktstellung bei Amazon ein und bauten eine erste kleine Position auf. Auch Facebook trauen wir weiteres Wachstum zu und kauften nach.

Wie auch V.F. Coporation und manch andere hochwertige Titel lief im Mai auch Gilead Science nicht zu unserer Zufriedenheit. Die Aktie verlor 8,31 %. Aber das Unternehmen hat eine hohe Qualität und bietet noch Potential. Wir sind überzeugt vom Management und bleiben langfristig investiert.

Positionierung, Verkäufe und Zukäufe

Versilbert haben wir zu einem kleinen Teil die gute Entwicklung von Novo Nordisk und Cognizant. Neben unseren Zukäufen auf dem IT-Sektor wagten wir auch den Einstieg bei Sberbank und Trupanion.
Sberbank ist und bleibt eine außergewöhnliche Bank mit einem sehr guten Wachstum. Das Kreditgeschäft wuchs in den letzten 10 Jahren um 15 %, der Wert der Einlagen um 16,3 %. Der Anteil der ausgegebenen Kredite an den vorhandenen Einlagen liegt mittlerweile bei deutlich unter 100 %. Die Bank besitzt also mehr Assets, als sie Kredite vergeben hat.
Die Eigenkapitalrendite des Finanzinstituts liegt bei sehr guten 18 %. Im Vergleich zu anderen Banken aus den BRICS-Staaten ist das Kreditverlustrisiko mit 3,8 % gering. Und mit einem Nettogewinnwachstum von 21 % p.a. über die letzten 10 Jahre legt Sberbank eine bemerkenswerte Erfolgsstory hin.
Wir vertrauen auf die Fähigkeiten von Hermann Gref, der als CEO seit 2007 im Amt ist, und sehen in der Stabilisierung des Rubels, der möglichen Aufhebung von Sanktionen und der Normalisierung des Ölpreises noch weiteres Wachstumspotential für die russische Bank, welche gegenwärtig zu einem Kurs-Gewinn-Verhältnis von 5,4 (Gewinnrendite von 18,5 %) und einem Kurs-Buchwert-Verhältnis von 1,1 gehandelt wird. Die Aktie ist aber auch mit Währungsrisiken sowie politischen Risiken verbunden.
Das Versicherungsunternehmen Trupanion aus Seattle nahmen wir im Mai neu auf. Trupanion ist ein relativ junges Unternehmen, setzt aber mit Krankenversicherungen für Tiere auf einen jungen Markt. In den USA und Kanada sind nur 1 % der Tiere versichert, zum Vergleich: In Großbritannien rund 25 %.
Dieses Potenzial hebt das inhabergeführte Unternehmen kontiuierlich und erwirtschaftete in den vergangenen 5 Jahren stetig steigende Umsätze. Nach rund 15 Monaten erreicht Trupanion bei einem durchschnittlichen Versicherungsnehmer Breakeven. Wir taxieren den inneren Wert der Aktie deutlich über ihrem aktuellen Kurs und haben daher im Mai eine Position aufgebaut.

Für die kommenden Wochen haben wir ein weiteres spannendes Unternehmen, mit Preissetzungsmacht in der Modebranche, auf der Watchlist. In jedem der letzten 15 Jahre hat es einen positiven Cashflow erwirtschaftet. Die Margen sind erfreulich hoch. Und in jedem der letzten zehn Jahre hat es Dividenden an seine Aktionäre ausgezahlt. Am Markt wird die Aktie nicht fair bewertet, weshalb wir mit dem Max Otte Vermögensbildungsfonds wahrscheinlich bald einsteigen werden.

Managementkommentar April 2017

Performance im April 2017

Der Max Otte Vermögensbildungsfonds AMI beendete den Monat April mit einem Nettoinventarwert (NAV) von 123,80 EUR pro Fondsanteil. Der Fonds konnte im Berichtsmonat um 2,59 % zulegen und gewann seit Jahresbeginn somit 8,2 %. Zum Vergleich: Der MSCI World Index (in Euro umgerechnet) verlor im April 
0,48 % und legte seit Jahresbeginn um 3,9 % zu.

Märkte und makroökonomisches Umfeld

Im April hatten die Börsen weiter Aufwind. Der S&P 500 gewann 0,91 %, der DAX 1,02 %. Der Stoxx Europe 600 stieg um 1,56 %. Der Euro wurde gegenüber dem US-Dollar stärker (+2,28 %). Wir sind mit rund 30 % des Fondsvermögens im US-Dollar-Raum und mit rund 33% des Fondsvermögens im Euro-Raum investiert.

Wesentliche Beiträge zur Performance

Zur Performance des Max Otte Vermögensbildungsfonds AMI im April 2017 trugen vor allem die Aktien von Novo Nordisk und TFF Group bei.

Die Aktie von Novo Nordisk stieg um 10,9 %. Der internationale Preisdruck für Insulin und die schwierigen Marktbedingungen in den USA machten dem Pharmaunternehmen im vergangenen Jahr noch schwer zu schaffen. Doch die Dänen wuchsen trotz aller Widerstände und haben zudem viele aussichtsreiche Produkte in der Pipeline. Zu den Hoffnungsträgern zählt unter anderem eine orale Variante von Insulin, die in einigen Jahren das Spritzen ablösen könnte. Erste Phase-3-Daten sollen 2018 veröffentlicht werden. Kommen hier positive Zahlen, könnte damit der Diabetesmarkt regelrecht revolutioniert werden. Für das erste Quartal 2017 verkündete Novo Nordisk schonmal gute Zahlen. Der Gewinn legte um 7 % auf 10,2 Milliarden Dänische Kronen (1,37 Mrd EUR) zu. Der konservative Jahresausblick wurde leicht nach oben korrigiert. Wir halten die langfristigen Treiber des Geschäftsmodells von Novo Nordisk wie Bewegungsmangel und Fehlernährung für weiterhin gegeben. Derzeit ist das Unternehmen mit einer Free Cashflow Rendite von über 6 % unterbewertet. 

Visualisiert man die langfristige Entwicklung der fundamentalen Daten von Novo Nordisk anhand des Free Cashflows und stellt die Marktkapitalisierung gegenüber wird betont, dass sich der Free Cashflow des Unternehmens verfünffacht hat und die Marktkapitalisierung gegenwärtig zurückbleibt. Aus dieser Konstellation ergibt sich eine spannende Situation für einen fundamentalorientieren Investor.

Der Weltmarktführer beim Bau von Weinfässern TFF Group legte im März sehr starke Zahlen vor - angesichts eines organischen Umsatzwachstums von +25,3 % im dritten Quartal 2016/2017 und +7,2 % in den ersten neun Monaten. Die Erholung der Nachfrage für Whiskey-Fässer bewirkte im dritten Quartal einen deutlichen Umsatzanstieg im Vergleich zum Vorjahr.  Das Weingeschäft wächst mit 4,6% innerhalb der letzten neun Monate auch weiter. Die für das Unternehmen nicht unerhebliche Abwertung des britischen Pfunds konnte damit kompensiert werden.

Das Management um Jerome Francois nahm die positive Geschäftsentwicklung zum Anlass, den Ausblick für das laufende Geschäftsjahr anzuheben. Das alles veranlasste den Markt dazu, die Unterbewertung von TFF zu reduzieren. Wir sehen TFF als langfristiges Investment in ein nachhaltiges Familienunternehmen, denn mit Jerome Francois ist das Unternehmen in vierter Generation von einem Mitglied der kontrollierenden Gründerfamilie geführt.

Ein weiteres Unternehmen mit einem kräftigen Plus von über 25 % seit Aufnahme ist Facebook. Das IT-Unternehmen ist ein qualitativ hochwertiges Unternehmen mit gesunder Bilanz und verfügbarer Nettoliqudität. Facebook profitiert vom Netzwerkeffekt. Jeder vierte ist bei Facebook. Jeder Nutzer hinterlässt Daten (Interessen, Kontakte usw.) und Facebook verwendet diese, um die Werbeanzeigen zu individualisieren und interessenspezifische Inhalte (wie Videos) den Nutzern bereitzustellen. Die große Nutzerbasis lockt Werbekunden an, welche sehr effizient ihre Produkte oder ihre Marke bewerben wollen und so werden die Werbeeinnahmen und insbesondere der Gewinn von Facebook in den nächsten Jahren weiter steigen. In der aktuellen Bewertung mit einen cashbereinigten Kurs-Gewinn-Verhältnis von 28,5 für 2017 sehen wir noch etwas Potenzial.

Wir nahmen im März auch Fairfax Holdings in den Max Otte Vermögensbildungsfonds AMI auf. Seitdem hat der Kurs um rund 4 % nachgegeben. Mit einem ähnlichen Konzept wie Warren Buffetts milliardenschwere Beteiligungsgesellschaft agiert seit den 1980er Jahren auch das kanadische Unternehmen Fairfax. Und dies mit einigem Erfolg, denn Fairfax konnte den Buchwert je Aktie über die letzten zehn Jahre im Schnitt um 10,2 % steigern. Auch Fairfax geht nach einem Value Investing-Ansatz Unternehmensbeteiligungen ein und profitiert von den Beiträgen des Versicherungsgeschäfts. Das Unternehmen unterhält ein für die Größe der Holding beachtliches Investmentportfolio und konnte zu leicht über dem Wert des Eigenkapitals erworben werden.