Managementkommentar Februar 2019

Der Jahresauftakt 2019 war nach dem sehr schwierigen Aktienjahr 2018 vielversprechend. Nach den heftigen Kursrücksetzern insbesondere im 4. Quartal 2018 zeigten sich die Aktienmärkte im Januar und Februar 2019 von ihrer besten Seite. Auslöser für den Stimmungsumschwung war vor allem die US Notenbank Fed mit ihren Andeutungen, vorerst keine weiteren Zinsanhebungen vorzunehmen. Zudem hat die Fed von ihrem Plan, den riesigen Bestand an US-Staatsanleihen langsam am Markt zu platzieren vorerst Abstand genommen. Aufgrund des weltweit schwächelnden Wirtschaftswachstums hat auch die europäische Zentralbank EZB signalisiert, mit Zinsanhebungen vorsichtig zu sein. Damit bleibt die Kapitalanlage in Aktien unter den liquiden Anlageformen bis auf weiteres ohne Alternative. Unsere Signale von den Marktbreiteindikatoren zur Steuerung der Aktienquote verbesserten sich im Januar deutlich. Deshalb wurde die Aktienquote im Januar wieder erhöht. Im Februar setzte sich die Erholung der Indikatoren fort. Zudem ist es ein sehr gutes Zeichen, dass gleich mehrere Indikatoren die letzten Wochen von einem sehr tiefen Niveau auf ein sehr hohes Niveau angestiegen sind. Nach ähnlichen Erholungen der Indikatoren in der Vergangenheit entwickelten sich die meisten Aktienmärkte erfreulich. Die Chancen stehen also gut, dass sich die positive Entwicklung seit Jahresbeginn fortsetzen könnte.

Der Bicheler Konzeptfonds war per Ende Februar physisch zu knapp über 96% in Aktien aus Europa und den USA investiert. Ende Februar besteht noch eine kleine Absicherung von ca. 15% in US Futures. Somit beträgt die Netto-Aktienquote Ende Februar ca. 80%. Die grössten Aktienpositionen per Ende Februar sind Netflix, RWE, Workday, TAG Immobilien, Advanced Micro Devices, Verisign, Evotec, Carl Zeiss Meditec, Xilinx und Puma. High-Momentum Aktien setzten ihre im Januar begonnene Erholung auch im Februar fort. Von dieser Entwicklung profitierte der Bicheler Konzeptfonds und verzeichnete im Februar ein Plus von 2,54%. Somit beträgt das Plus in den ersten zwei Monaten des neuen Jahres erfreuliche 7,40%. Seit Auflage am 10. August 2016 beträgt das Plus 16,16%.

Content is king – diese Maxime funktioniert bei Netflix Quartal für Quartal aufs Neue. Um exklusive Inhalte wie das Drama „Roma“ oder den Thriller „Bird Box“ zu sehen, haben sich im 4. Quartal 8,8 Millionen zahlende Kunden neu angemeldet. Damit hat Netflix die eigene Prognose von 7,6 Millionen nicht nur locker übertroffen, sondern auch einen neuen Rekord aufgestellt. Im Jahr 2018 ist die Zahl der Abonnenten um über 25% auf 139,2 Millionen Nutzer gestiegen. Im laufenden 1. Quartal 2019 sollen weltweit 8,9 Millionen neue Nutzer dazukommen. Da ich mich im Februar bereits angemeldet habe, fehlen also „nur noch“ 8´899´999 neue Abonnenten bis Ende März. Auf geht’s! Die attraktiven Inhalte erlauben es dem Streaming-Dienst, die Preise in den USA um bis zu 18% anzuheben, ohne dabei eine Kündigungswelle befürchten zu müssen. Auf Grundlage der bestehenden Nutzerbasis bedeutet die Preissteigerung auf Jahressicht über eine Milliarde Dollar mehr Umsatz – die für dieses Jahr prognostizierten fünf Millionen neuen US-Abonnenten sind dabei noch gar nicht berücksichtigt. Netflix will auch weiterhin gewaltige Summen in neue exklusive Inhalte und Marketing investieren. Die Investitionen sind im Kampf um Aufmerksamkeit und gegen die wachsende Konkurrenz nötig, denn konkurrierende Streaming-Angebote von Apple, Walt Disney oder den US-TV-Konzernen werden den Druck auf den Streaming-Platzhirsch weiter erhöhen. Die Strategie ist bisher jedoch aufgegangen und hat Netflix einen kräftigen Vorsprung auf die Konkurrenz beschert.

Das Unternehmen hat in den letzten Jahren ein rasantes Wachstum hingelegt. So stieg der Umsatz zwischen 2015 und 2018 von 6,8 Milliarden Dollar auf 15,8 Milliarden Dollar. Noch rasanter nach oben entwickelte sich der Gewinn. Dieser hat sich im gleichen Zeitraum von 0,25 Dollar auf 2,68 Dollar mehr als verzehnfacht. Für nächstes Jahr wird ein Umsatz von knapp 25 Milliarden Dollar angepeilt. Dies würde im Vergleich zu 2018 einem weiteren Wachstum um ca. 58 Prozent entsprechen. Der Gewinn soll sich bis Ende 2020 mehr als verdoppeln. Die Aussichten auf überdurchschnittliches Wachstum sind bei Netflix also weiterhin glänzend. Seit Aufnahme im Bicheler Konzeptfonds beträgt das Plus mit der Aktie knapp 20%. Die Gewichtung liegt per Ende Februar 2019 bei 2,85%. Damit befindet sich die Aktie unter den zehn grössten Werten im Fonds.